Diese Seite will ich der "Salutogenese" widmen:

Salus, lat.: Unverletzheit, Heil, Glück

Genese, griech.: Entstehung

Also: Was hält das Meerschweinchen gesund?

Ich freue mich über jeden Beitrag, den ich zu diesem Thema gemailt bekomme.

Es geht mir wirklich um die andere Sichtweise: Es gibt viele gute und ausführliche Berichte über Krankheiten und Behandlungen von Meerschweinchen. Ich müchte mich dem Gesundheitsaspekt widmen.

 

Was hält das Meerschweinchen gesund:

1. Der Mensch

Das Meerschweinchen als Haustier ist auf den Menschen angewiesen. Der Mensch hat die Verantwortung für das Wohlergehen seiner kleinen Hausgenossen. Er sorgt für Futter, Wasser, Hygiene, Sicherheit und medizinische Versorgung.

2. Die Gruppe

Das Meerschweinchen ist ein sehr soziales Wesen. Es fühlt sich wohl in seiner Gruppe. Meerschweinchen erkennen sich am Geruch, dass hei�t, ihre Gruppe ist ihnen vertraut, gibt Kontinuit�t und Stabilität. Ein Meerschweinchen muss immer mit mindestens einem Meerschweinchenpartner gehalten werden. Es sind Rudeltiere. 

Es sind verschiedene Kombinationen möglich:

1. Kastriertes Böckchen und ein oder mehrere Weibchen.

2. Zwei oder mehr unkastrierte Böckchen

3. Zwei oder mehr Weibchen.

Leider existiert immer noch das Märchen, dass man keine reinen Böckchengruppen halten kann. Es stimmt nicht. Böckchen verstehen sich untereinander manchmal besser, als reine Weibchengruppen, die manchmal recht zickig sind. 

3. Die Unterkunft

Das Meerschweinchenheim ist sehr wichtig. Das Meerschweinchen braucht Platz: Es muss sich viel Bewegen können um fit zu bleiben. Ein trockenes, zugfreies, großes Heim mit vielen attraktiven "Spielmöglichkeiten" wie Röhren, Unterschlupfmöglichkeiten, Versteckmöglichkeiten bietet Anreitz zu ausreichender Bewegung. Ungespritze Obstbaumäste sinb herlich zum spielen und nagen.

 Ein Käfig für zwei Meerschweinchen sollte mindestens die Größe von 1,20 m x 0,6 m haben (empfehlung der Tierärztlichen Tierschutzkommission). Generell gilt: Je grßßer desto besser.

Der Käfig muss schattig stehen, an einem zugfreiene, trockenem Ort. Lebt dass Meerschweinchen draußen, braucht es auch hier einen Platz im Schatten und einen Stall, der vor Wind und Regen schützt.

Tolle Ideen für Käfigeigenbauten gibt es im Internet.

 

5. Das Futter

Ein gesundes Meerschweinchen frisst den ganzen Tag und braucht deshalb ausreichend Heu! Heu versorgt die Meerschweinchen auch mit den notwendigen Ballaststoffen. Frisches Heu ist grünlich und duftet frisch.

Meerschweinchen brauchen ausgewogene, gesunde Ernährung mit zusätzlichem Vitamin C. Dieses wird im Sommer durch frisches Grünfutter ausreichend gegeben. Im Winter ist Vitamin C, das dem Trinkwasser zugegeben wird, hilfreich.

Obst und Gemüse halten fit und schlank. Es enthält im frischen Zustand viel lebenswichtiges Vitamin C.

Meerschweinchen trinken auch Wasser.

Gutes Trockenfutter versorgt ebenfalls mit notwendigen Viatminen und Mineralstoffen. Es gehört zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Ein Eßlöffel pro Tag und Tier reicht in der Regel aus, schließlich gibt es ja auch noch Heu und Grünfutter. übriegens: Nur wo MEERSCHWEINCHENFUTTER draufsteht, ist auch Futter für Meerschweinchen drin!!

Meerschweinchenleckerchen enthalten Zucker VORSICHT!!

Kopfsalat sollte tabu sein. Der Nitratwert ist viel zu hoch!

6. Spiel und Spass

Geben Sie dem Tier etwas zu tun: Ungespritzte Obstbaumäste oder Birkenäste (mit Blättern) sind herrlich zum nagen.

Zwischendurch mal etwas Stroh zum rascheln, verstecken und herumknabbern in den Käfig

Röhren (z.B. aus Ton) eignen sich zum Durchlaufen und Drüberklettern.

Regelmäßiger Auslauf macht Spass, hält Ihr Tier auf Trab und ist gesund.

7. Körper - TüV

Regelmässige Kontrolle:

Wieviel wiegt das Schweinderl denn? Ein gesundes Meerschweinweibchen wiegt zwischen 800g und 1100g, Böckchen um die 1000g bis 1300g. Gesunde Meerschweinchen halten ihr Gewicht.  

Das gesunde Meerschweinchen ist kompakt und wohlgeformt, aufmerksam und lebhaft, atmet ruhig und gleichmäßig  und hat einen guten Apetit.

Bei einem  gesunden Meerschweinchen:

- ist das Fell dicht, glänzend  und ungezieferfrei,

- sind die Ohren sauber, ohne Schuppen, Krusten oder Verletzungen,

- sind die Krallen  kurz, (ein rauher Stein im Käfig wetzt die Krallen natürlich ab)

- sind die Zähne in Odnung, so dass das Meerschweinchen ohne Probleme kauen kann,

- sind die Augen klar, glänzend  und sauber,

- sind die Lippen schorffrei,

- sind die Fußsohlen sauber und die Ballen ohne Hornhaut(Verwachsungen),

- ist die Analregion sauber,

- ist die Nase trocken bis leicht feucht,

 Fällt das Meerschweinchen beim TüV durch müssen Sie handeln: Als verantwortungsvoller Tierhalter müssen Sie die Entscheidung treffen, wann das Tier zum Tierarzt gehört.  Meerschweinchen sind tapfere Helden, sie zeigen ihr Leid nicht.

 

Was Stress bei Meerschweinchen bewirkt:

Das erhöhte Risiko der Infektanfälligkeit beim Meerschweinchen durch Stress.

Die Auswirkung von Stress kennen viele Züchter persönlich, oft ist aber nicht bekannt, wie Stress sich bei Meerschweinchen auswirkt.

Stress führt bei Meerschweinchen zu erhöhten einer Adrenalinausschüttung.

Der Stress soll die notwendigen Körperfunktionen für eine rasche Energiebereitstellung optimieren: z.B. soll das Meerschweinchen bei Gefahr flüchten können. Verhaltensbereitschaft und Aufmerksamkeit sind erhöht, gleichzeitig wird das Immunsystem reduziert.

Etwa zehn Minuten nach der Adrenalinausschüttung folgt dann Cortisol, das den Körper vor den ungünstigen Folgen einer zu langen Hochaktivierung durch Adrenalin schützen soll und gleichzeitig für eine erhöhte, länger anhaltende Wachsamkeit auf einem niedrigeren Niveau sorgt.

Dauerstress führt zu einer dauernden Ausschüttung von Cortisol.

Dies bedeutet dann:

- Infektanfälligkeit, denn  Cortisol ist eng mit dem Immunsystem verknüpft. Seine Aufgabe besteht darin, überschießende Reaktionen des Immunsystems zu bremsen. Meerschweinchen mit einem hohen Cortisol- Spiegel haben eine schwächere Immunabwehr.

- Gewichtszunahme,  die eine erhöhte Toxikosegefahr mit sich bringt. Die größere Durchblutung der Muskeln sorgt für eine veränderte Futterverwertung und zu einem erhöhten Fettansatz, der auch in der Leber stattfindet. Gestresste Meerschweinchen fressen auch deutlich mehr.

- erhöhte Herzschlagfrequenz, die sich auf die Lebenserwartung der Meerschweinchen auswirkt.

Stress führt zu Mangelerscheinungen im Vitaminhaushalt:

Mangel an Vitalstoffen

Mangelsymptome

Vitamin C

  • Schlechte Wundheilung
  • Abwehrschwäche mit erhöhter Infektionsgefahr

 

Vitamine des

B-Komplexes

 

  • Verminderte Antikörperbildung

 

Vitamin A

  • Erhöhte Calciumausscheidung – Calcium ist für Trächtigkeit und Geburt wichtig
  • Erhöhtes Tumorrisiko

Vitamin E

  • neurologische Störungen

Coenzym Q10

  • Verschlechterung der Energiebilanz energiereicher Organe wie Herz, Leber und Nieren

Calcium und Phosphat

  • Für Trächtigkeit und Geburt ist ein ausgewogenes Calcium- Phosphor -Verhältnis wichtig

Kupfer

  • Wachstumsstörungen

Mangan

  • Störungen der Spermatogenese

Eisen

  • Auswirkungen auf das Haarkleid
  • Häufige Infekte der oberen Atemwege

 

 

Stressauslösende Faktoren bei Meerschweinchen sind z.B. :

1. Störungen des sozialen Gefüges, also dauernd neue Gruppenzusammensetzungen, Zukauf von neuen Tieren, die in die bestehenden Gruppen gesetzt werden.

2. Tiere, die zusammen sitzen, aber nicht miteinander harmonieren

3. Dauernde Besucher im Stall

4. Falsche oder schlechte Haltung – zu eng, zu unsauber, zu unruhiges Umfeld

5.  Andere Tiere – Meerschweinchen fühlen sich durch „Raubtiere“ bedroht

6. Unzureichende oder schlechte Fütterung – mangelndes Futter- oder Wasserangebot führt bei Meerschweinchen zu Stress.

 

Gaby Demming

Quellen:

Rüdiger Beer

Stress und Life-History weiblicher Hausmeerschweinchen in instabiler sozialer Umwelt

Jopp, A.
Risikofaktor Vitaminmangel. 42-82

Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Heidelberg GmbH & Co. KG; 2002

Trauma-Bewältigung

H Kraemer - Orell Füssli, 2005

 

Immer wieder gibt es die Frage, ob Meerschweinchen und Kaninchen zusammen leben k�nnen.

Über die Zusammenhaltung von Kaninchen und Meerschweinchen sagt Katrin Suhrbier:

In den meisten Büchern über Kaninchen und Meerschweinchen steht es und viele Zoofachverkäufer behaupten es: dass Meerschweinchen und Kaninchen wunderbar zusammen passen und die idealen Partner sind. Als Begründung wird z.B. angegeben, dass sich zwei Meerschweinchenböckchen nicht verstehen und man daher lieber dem Meerschweinchenböckchen einen Kaninchenpartner geben sollte oder dass Vergesellschaftungen zwischen Meerschweinchen und Kaninchen viel besser klappen und die Tiere viel mehr miteinander kuscheln als die Arten unter sich oder dass es dann keinen Nachwuchs geben kann.

Diese Behauptungen sind von Grund auf falsch!

Natürlich können mehrere Meerschweinchenböckchen zusammengehalten werden, wenn man einiges beachtet. Und gegen ungewollte Trächtigkeiten hilft die Kastration des Böckchens. Es gibt keine Gründe, die dafür sprechen, ein Kaninchen alleine mit einem Meerschweinchen zu halten. Einige Leute schaffen sich von jedem Tier eines an, weil sie gerne beide Tierarten halten möchten und ihnen vier zu viel sind. Dabei wissen diese Leute nicht, was sie ihren Tieren damit antun und was dahinter steckt. Ich möchte an dieser Stelle die Vorurteile beseitigen und aus langjährigen Erfahrungen in der Haltung beider Tiere berichten.

Man kann Meerschweinchen und Kaninchen zusammen halten. Das stimmt. Aber man muß ihnen artgerechte Bedingungen schaffen, so dass beide Tierarten ein artgerechtes Leben führen können.

Mehrere einer Art!

Sowohl in der Kaninchen- als auch in der Meerschweinchenhaltung müssen von jeder Art mindestens zwei Tiere gehalten werden und die Unterbringung muss beiden Tierarten gerecht werden. Diese beiden Tierarten stammen nämlich nicht aus der gleichen Familie und haben grundverschiedene Lebensarten und Bedürfnisse.

Meerschweinchen und Kaninchen sprechen unterschiedliche Sprachen!

Sie einzeln zusammen zu halten wäre so, als wenn man einen Menschen sein ganzes Leben lang mit einem Gorilla in einen Raum sperrt. Irgendwann würden sich Mensch und Gorilla vielleicht aus Einsamkeit mögen und vielleicht sogar die Nähe des anderen suchen. Aber nur aus der Einsamkeit heraus - nicht, weil der andere ein ebenbürtiger Partner ist, mit dem man sich unterhalten kann.

So ist es bei Meerschweinchen und Kaninchen auch. Oftmals sieht es so aus, als wenn sie sich innig lieben. Sie kuscheln miteinander und das Kaninchen leckt das Meerschweinchen ab. Aber wenn man erst durchschaut, was das bedeutet, ist es im Grunde traurig, denn es ist eine Verzweiflungstat.

Kaninchen lecken sich zur Begrüßung und möchten zurückgeleckt werden. Dazu stecken sie ihren Kopf unter den Kopf des Partners. Das kann ein Schweinchen aber nicht verstehen. Ich habe schon Kaninchen beobachtet, die eine Viertelstunde lang immer wieder das Schweinchen geleckt und dann den Kopf untergesteckt haben - bis sie es schließlich traurig aufgegeben haben und sich neben das Schweinchen gekuschelt haben, um wenigstens ein wenig Nähe zu haben. Das sieht für Unwissende niedlich aus, ist es aber nicht. Ebenso wie ein Kaninchen die vielfältigen Laute der Schweinchen nicht verstehen kann! Im Gegenteil - oftmals fühlen sich Kaninchen davon genervt und angegriffen und knurren die Schweinchen an, wenn sie das Kaninchen anquietschen. Es ist ein totales Mißverständnis, denn das Schweinchen will dem Kaninchen ja nichts böses, sondern zurück angequietscht werden. Das kann das weitgehend stumme Kaninchen jedoch nicht und selbst wenn es Laute von sich geben könnte, wüßte es mit den Lauten des Schweinchen nichts anzufangen.

Diese beiden Tierarten sind nicht in der Lage, miteinander zu kommunizieren - weder durch Laut- noch durch Körpersprache.

Sehr schlimm kann es enden, wenn z. B. ein Kaninchenrammler mit einem Meerschweinchen zusammengehalten wird. Der Rammler kann das Schweinchen arg bedrängen und schwer verletzen, wenn er seinen Trieb auslebt.

Ebenso kann es vorkommen, dass das Meerschweinchen das Kaninchen beißt, weil es sich permanent bedroht fühlt.

Möglicherweise sitzt das Schweinchen nur noch in der Hütte und traut sich gar nicht mehr raus....wer möchte schon so leben???

Unterschiedliche Bed�rfnisse!

Hinzu kommt, dass Kaninchen und Meerschweinchen unterschiedliche Bedürfnisse haben im Bezug auf Platz und Nahrung. Während Meerschweinchen Fluchttiere sind und ihre diversen Unterschlüpfe brauchen, sitzen Kaninchen gerne erhöht oder an einem Platz wo sie die übersicht haben. Kaninchen brauchen noch viel mehr Platz und Auslauf als Meerschweinchen. Nicht umsonst haben sie ihre kräftigen Hinterläufe. Sie müssen mal so richtig losrasen und Bocksprünge machen können. Wenn sie dies aus Platzmangel nicht können, verkümmern sie oder werden aggressiv.

Außerdem brauchen Kaninchen eine Möglichkeit zum Buddeln. Das ist ein natürliches Bedürfnis. Ich habe es schon erlebt, dass Kaninchen auf dem Meerschweinchen herumkratzen, weil sie diese Möglichkeit nicht haben und ihnen langweilig ist. Wenn also eine gemischte Haltung, dann so, dass beiden Tierarten gerecht wird. Das heißt ausreichend Platz und Möglichkeiten zum Buddeln (dies kann bei Innenhaltung ein Katzenklo mit Erde sein) für die Kaninchen, genügend Unterschlüpfe für die Schweinchen aber vor allem für jede Tierart mindestens einen artgerechten Partner. Und letztlich wird jeder, der dann mal diesen Schritt getan hat und jedem seinen Partner gegeben hat, dadurch belohnt, dass er auf einmal Erstaunliches an seinen Tieren beobachten kann. Nichts ist schöner, als die Tiere so glücklich zu sehen, wie sie ihr Sozialverhalten ausleben können. Spätestens dann wird jeder begreifen, wovon ich hier spreche.

Empfehlenswerte Bü�cher zu diesem Thema:

Artgerechte Haltung - ein Grundrecht auch für (Zwerg-) Kaninchen ISBN 3-906581-35-7
Artgerechte Haltung - ein Grundrecht auch für Meerschweinchen ISBN 3-906581-23-3

Mehr Informationen unter: http://www.unsere-rasselbande.de

Kopieren und Verbreiten erlaubt! ändern verboten!
10/2002 by Katrin Suhrbier



 

hier wird noch weiter gearbeitet    

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